Cormac McCarthy – Die Straße

Heute habe ich ein ganz besonderes Schmankerl für euch! „Die Straße“ von Cormac McCarthy ist tatsächlich eins der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe! Ich habe es in der Originalversion verschlungen und mir wurde schmerzlich bewusst, wie viele Vokabeln für Einöde meinem Wortschatz fehlen. Das klingt jetzt natürlich ziemlich schrecklich, doch ganz im Gegenteil: „Die Straße“ ist fesselnd und sehr stimmungsvoll und – das sei vorweg genommen – absolut lesenswert!

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Was euch erwartet

Ein Mann, ein Kind, eine zerstörte Welt und eine vage Hoffnung.

Eine große Katastrophe hat beinahe alles Leben auf der Welt ausgelöscht – alle Pflanzen sind verbrannt, Asche so weit das Auge reicht, Kälte, Hunger und Angst sind allgegenwärtig. Ein Vater und sein Sohn sind auf dem Weg zur Küste, in der  Hoffnung, dass dort ein anderes Leben möglich ist. Alle ihre Besitztümer transportieren sie in einem Einkaufswagen und jeder andere Mensch ist eine potenzielle Bedrohung. Für den Fall, dass es gar nicht mehr weiter geht, sind da noch zwei Schuss im Revolver…

Viel mehr ist es nicht  – und das ist gut so!

Warum dieses Buch großartig ist

Ich habe bisher selten Texte gelesen, die eine so intensive Stimmung erzeugen. Man riecht die Asche, spürt die Angst der Protagonisten und empfindet Glück und Erleichterung, wenn die beiden irgendwo noch eine Konservendose auftreiben. Dazu trägt sicherlich die Sprache bei, aber auch die Konzentration der Erzählung auf das „Hier und Jetzt“. Die Ursachen für die Katastrophe sind völlig irrelevant; der Leser erfährt nicht viel über das Leben davor: all die Dinge, die in unserem Leben „wichtig“ sind, spielen keine Rolle mehr. Im Gegensatz zu vielen anderen Genrewerken sehen wir hier auch keine neue Gesellschaft, sondern zwei Menschen, die sich außerhalb menschlicher Gruppen bewegen – ich habe bisher nichts vergleichbares gelesen und allein das macht es für mich so toll.

Verfilmt wurde das ganze ja auch…

Cormac McCarthy dürfte dem ein oder anderen ein Begriff sein, da er auch „No Country for old men“ geschrieben hat. Dies ist nicht der einzige Roman von ihm, der verfilmt wurde; auch zu „The Road“ gibt es eine Hollywoodverfilmung mit Viggo Mortsenen als „Vater“.

Ich habe den Film auf Amazon gesehen und kann ihn euch wärmstens empfehlen. Die Verfilmung schafft es, die beklemmende Stimmung gut einzufangen, auch wenn die Weite und die Beschwerlichkeit der Reise durch die längere Erzählzeit des Buches besser dargestellt werden.

Solltet ihr dieses Buch lesen?

Ich habe es ja schon vorweggenommen: unbedingt! Natürlich nur denjenigen unter euch, die postapokalyptische Szenarien mögen und in Romanen weder Non-Stop-Action noch „heile Welt“ brauchen.  Wenn euch meine Schwärmerei nur ein kleines bisschen neugierig gemacht hat, könnt ihr beherzt zugreifen.

Was ihr sonst noch wissen müsst…

Übersetzt von: Nikolaus Stingl
Originaltitel: The Road
ISBN: 978-3-499-24600-5
Verlag: rororo
Erschienen: 02.06.2008

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