T.C. Boyle – Die Terranauten

Eine Premiere im August! Ich habe meinen ersten Roman von T. C. Boyle gelesen: Die Terranauten!

T.C. Boyle - Die Terranauten - Cover

Worum geht’s?

Mitten in den 1990er Jahren bereitet sich eine Crew auf die Fortsetzung des größten menschlichen Experiments aller Zeiten vor. Eine Gruppe von acht Terranauten soll für zwei Jahre in einem künstlichen autarken Ökosystem eingeschlossen werden.

Neben Forschergeist und Abenteuerlust bringt das Experiment vor allem eines mit sich: Konkurrenzkampf. Die Kandidaten und Teilnehmer konkurrieren nicht nur untereinander, sondern auch mit der Crew, die vor ihnen eingeschlossen war und das Experiment aufgrund eines Unfalls nicht konsequent durchführen konnte. Für die neue Crew gilt vor allem eins: Nichts raus – nichts rein.

Was gefällt mir an dem Roman?

Die unterschiedlichen Perspektiven! Ich habe eine Schwäche für Geschichten, die man aus mehr als einer Perspektive erzählt bekommt und die kleinen Unstimmigkeiten, die sich daraus ergeben. Die Perspektivfiguren sind in diesem Fall Dawn und Linda, die während der Vorbereitung auf das Experiment zu Freundinnen wurden und gleichzeitig um die gleiche Position konkurrieren. Und Ramsay, der als Spitzel für die Experimentsleitung arbeitet und seine Finger nicht bei sich halten kann. Auch das Setting gefällt mir gut – nicht nur das „eingeschlossen sein“, sondern auch die kleinen Hinweise darauf, dass wir uns hier in den 1990er Jahren befinden.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr gefällt mir zudem der Kontrast zwischen Setting und dargestellten Konflikten: die Charaktere befinden sich in einer außergewöhnlichen Situation. Sie fühlen sich, als wären sie Teil einer großen bedeutsamen Sache und stolpern dann doch über die gleichen Konflikte, die in der gesamten Menschheitsgeschichte immer wieder auftreten.

Was gefällt mir nicht an dem Roman?

Das ist schwer zu formulieren. Zum einen sicher, dass die Charaktere nicht besonders ausgefeilt wirken – Linda wird zum Beispiel immer unsympathischer und das, obwohl wir sie hauptsächlich in den von ihr erzählten Passagen erleben, in denen man etwas mehr Empathie für sie und ihre Person erwarten würde.

Der Kontrast zwischen Konflikt und Setting, von dem ich vorhin sprach, fiel mir während des Lesens nicht auf. Durch den Roman hindurch hat mich das soapige der großen Konflikte eher enttäuscht.

Solltet ihr die Terranauten lesen?

Wenn man sich für das Setting interessiert, kann man getrost zu diesem Roman greifen. Er ist ansprechend geschrieben, gut zu lesen und stellenweise lustig. Am besten lest ihr euch den Klappentext durch und entscheidet dann, ob der Roman etwas für euch sein könnte, denn er ist so speziell, dass ich das nicht zu beurteilen wage.

Was sonst noch wichtig ist?

Übersetzt von: Dirk van Gunsteren
Originaltitel:  The Terranauts
ISBN: 978-3-446-25386-5
Verlag: Hanser Verlag
Erschienen: 09.01.2017

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