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Simon Beckett – Die Chemie des Todes

Die „Chemie des Todes“ ist keine literarische Neuentdeckung und es ist eine Weile her, dass ich den Roman gelesen habe. Warum ich ihn euch jetzt trotzdem vorstellen möchte? Aktuell lese ich Band drei der Reihe und werde vermutlich auch die verbliebenen Bände lesen. Was liegt da näher, als euch meine Erfahrungen mit David Hunter zu schildern?

Cover Chemie des Todes
Chemie des Todes – Cover

Worum geht es in Chemie des Todes?

Englands berühmter Forensiker David Hunter lebt ein beschauliches Leben in der Anonymität der englischen Provinz. In dem kleinen Dorf, in dem er als Assistent des ansässigen Arztes arbeitet, kennt niemand seine Vergangenheit. Diese holt ihn jedoch abrupt ein, als die Leiche einer seiner Bekannten im Dorf aufgefunden wird. Das Besondere: die Leiche trägt die Flügel eines Schwans.

Was gefällt mir an dem Roman?

Die Chemie des Todes ist von Anfang bis Ende ein solider Kriminalroman. Der Fokus auf die forensische Arbeit gefällt mir persönlich sehr gut, denn gerade die Informationen aus diesem Fachbereich zeigen noch einmal ganz neue Facetten von Verbrechen und der Arbeit der Kriminalisten. Zum Glück schließt sich David Hunter dabei nicht in der Arztpraxis ein, so dass der Leser auch actionreiche Szenen geboten bekommt. Auch das Setting gefällt mir gut – vom Kammerspiel ist man hier weit entfernt, aber das Dorf als Kulisse begrenzt Handlungsort und Figurenensemble.

Was gefällt mir nicht so gut?

Für meine Begriffe werden Frau und Tochter des Protagonisten spielen für meine Begriffe eine zu große Rolle. Natürlich haben alle „einsamen Wölfe“ in der Kriminalliteratur einen tragischen persönlichen Hintergrund und ich verstehe, dass eine solche Erfahrung nicht einfach abzuschließen ist, aber für mich wirken diese Passagen im Roman zu künstlich.

Solltet Ihr die Chemie des Todes lesen?

Wer klassische Kriminalromane mag, ist mit Chemie des Todes gut beraten. Wir haben hier einen Einzelgänger, der an einem klassischen Serienkiller-Fall arbeitet. Keine weltumfassende Verschwörung, keine Regierungsbehörden, bloß ein einziger Serienmörder. Ein unterhaltsames Buch.

Wenn ihr wisst, dass die Beschreibungen von Leichen und Verwesung euch ekeln/stören, dann solltet ihr euch bei anderen Autoren umschauen.

Was ihr sonst noch wissen müsst:

Übersetzt von: Andree Hesse
Originaltitel: The Chemistry of Death
ISBN: 978-3-499-24197-0
Verlag: rororo
Erschienen: 01. August 2007

Bratapfelkuchen

Ich gerate ja schnell in Euphorie, wenn ich ein neues Rezept gefunden habe, das mir  besonders gut schmeckt, aber in diesem Fall ist es absolut berechtigt. Meine Tante hatte diesen Bratapfelkuchen zu Opas Geburtstag mitgebracht und ich war sofort verfallen: er enthält Äpfel und Vanillepudding – ein Traum und dabei absolut passend zur Jahreszeit!

Bratapfelkuchen, Äpfel und Kuchenstück

Zutaten

  • 150g Butter
  • 200g Zucker
  • 125g Dinkelmehl (fein gemahlen)
  • 125g Weizenmehl
  • 1/2 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 1 Ei
  • 4 Äpfel (Boskop oder Elster)
  • etwas Zimt
  • 750 ml Sahne
  • 1 Paket Puddingpulver Bourbon Vanille
  • 26cm Springform

Zubereitung

Butter, 100g Zucker, Mehl, Backpulver und Ei zu einem Rührteig verarbeiten und in einer gefetteten Springform verteilen. Die Äpfel in große Stücke schneiden (vierteln oder achteln), mit einem Messer einritzen und auf dem Teigboden verteilen. Wer mag, kann sie nun mit Zimt bestreuen – ich finde das ganz wunderbar und arbeite gerne und viel mit Zimt.

Die Creme ist eigentlich ein Vanillepudding und wird entsprechend zubereitet: die verbliebenen 100g Zucker mit dem Puddingpulver und einem kleinen Teil der Sahne zu einer glatten Masse verrühren. Die restliche Sahne aufkochen, anschließend von der Herdplatte nehmen und die Pudding-Zucker-Masse unterrühren. Die Sahnemischung nun abermals aufkochen lassen und die Puddingmasse anschließend über die Äpfel gießen.

Jetzt muss das Ganze nur noch bei 160° (Umluft) oder 180° (Ober- und Unterhitze) für 60-70 Minuten backen – fertig ist ein Bratapfelkuchen, der euch umhaut! Ein Rezept, nach dem man definitiv gefragt wird!

T.C. Boyle – Die Terranauten

Eine Premiere im August! Ich habe meinen ersten Roman von T. C. Boyle gelesen: Die Terranauten!

T.C. Boyle - Die Terranauten - Cover

Worum geht’s?

Mitten in den 1990er Jahren bereitet sich eine Crew auf die Fortsetzung des größten menschlichen Experiments aller Zeiten vor. Eine Gruppe von acht Terranauten soll für zwei Jahre in einem künstlichen autarken Ökosystem eingeschlossen werden.

Neben Forschergeist und Abenteuerlust bringt das Experiment vor allem eines mit sich: Konkurrenzkampf. Die Kandidaten und Teilnehmer konkurrieren nicht nur untereinander, sondern auch mit der Crew, die vor ihnen eingeschlossen war und das Experiment aufgrund eines Unfalls nicht konsequent durchführen konnte. Für die neue Crew gilt vor allem eins: Nichts raus – nichts rein.

Was gefällt mir an dem Roman?

Die unterschiedlichen Perspektiven! Ich habe eine Schwäche für Geschichten, die man aus mehr als einer Perspektive erzählt bekommt und die kleinen Unstimmigkeiten, die sich daraus ergeben. Die Perspektivfiguren sind in diesem Fall Dawn und Linda, die während der Vorbereitung auf das Experiment zu Freundinnen wurden und gleichzeitig um die gleiche Position konkurrieren. Und Ramsay, der als Spitzel für die Experimentsleitung arbeitet und seine Finger nicht bei sich halten kann. Auch das Setting gefällt mir gut – nicht nur das „eingeschlossen sein“, sondern auch die kleinen Hinweise darauf, dass wir uns hier in den 1990er Jahren befinden.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr gefällt mir zudem der Kontrast zwischen Setting und dargestellten Konflikten: die Charaktere befinden sich in einer außergewöhnlichen Situation. Sie fühlen sich, als wären sie Teil einer großen bedeutsamen Sache und stolpern dann doch über die gleichen Konflikte, die in der gesamten Menschheitsgeschichte immer wieder auftreten.

Was gefällt mir nicht an dem Roman?

Das ist schwer zu formulieren. Zum einen sicher, dass die Charaktere nicht besonders ausgefeilt wirken – Linda wird zum Beispiel immer unsympathischer und das, obwohl wir sie hauptsächlich in den von ihr erzählten Passagen erleben, in denen man etwas mehr Empathie für sie und ihre Person erwarten würde.

Der Kontrast zwischen Konflikt und Setting, von dem ich vorhin sprach, fiel mir während des Lesens nicht auf. Durch den Roman hindurch hat mich das soapige der großen Konflikte eher enttäuscht.

Solltet ihr die Terranauten lesen?

Wenn man sich für das Setting interessiert, kann man getrost zu diesem Roman greifen. Er ist ansprechend geschrieben, gut zu lesen und stellenweise lustig. Am besten lest ihr euch den Klappentext durch und entscheidet dann, ob der Roman etwas für euch sein könnte, denn er ist so speziell, dass ich das nicht zu beurteilen wage.

Was sonst noch wichtig ist?

Übersetzt von: Dirk van Gunsteren
Originaltitel:  The Terranauts
ISBN: 978-3-446-25386-5
Verlag: Hanser Verlag
Erschienen: 09.01.2017