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Rerun – Das Filmfestival des besonderen Films

Am vergangenen Samstag gab es in der Residenz ein besonderes Schmankerl für Cineasten: das Rerun-Filmfestival.

Plakat des Rerun Filmfestivals
Plakat des Rerun Filmfestivals

Das Festival

Das erklärte Ziel des Festivals ist es, den Zuschauern besondere Filme auf der großen Leinwand zu präsentieren – Filme, die im Mainstream untergehen oder gar nicht in deutschen Kinos laufen.

Aus einer Vorauswahl von 10 Filmen konnte das Publikum im Vorfeld des Festivals drei Favoriten wählen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf „Mustang“, „It Follows“ und „These Final Hours“. Darüber hinaus wurde der filmische Teil des Abends mit 100 Bloody Acres abgeschlossen, bevor es zur Aftershowparty ins Burgerlich ging.

Meine Eindrücke

Im Grunde haben mich alle hier gezeigten Filme interessiert. Für Mustang (14:00) und These Final Hours (18:45) hatte ich sogar abgestimmt – auf It Follows (16:15) wiederum hatten mich die Jungs von Nerdtalk neugierig gemacht, dennoch habe ich mir 4 Filme an einem Tag nicht zugetraut und nur Tickets für „These Final Hours“ und „100 Bloody Acres“ erstanden.
Die Residenz ist ein absolut traumhaftes Kino. Die Atmosphäre ist toll, die Einrichtung ist toll und die Sitze sind unfassbar bequem. Ich möchte in Zukunft nicht mehr auf die Fußbänkchen im Kino verzichten. Solltet ihr in Köln ins Kino gehen wollen, solltet ihr definitiv die Residenz ausprobieren!

These Final Hours

These Final Hours ist ein australischer Endzeitthriller mit der höchst spannenden Prämisse, dass die Menschheit nicht mehr zu retten ist, da der fatale Meteorit die Erde bereits getroffen hat. Den Menschen an der Westküste Australiens bleiben noch 12 Stunden. Unter ihnen James, der auf dem Weg zur letzten großen Party seines Lebens ist. Unterwegs beobachtet er, wie zwei Männer ein kleines Mädchen verschleppen und beschließt sie zu retten und in „Sicherheit“ zu bringen.
Ein ungewöhnlich beklemmender Film mit fantastischen Bildern. Als Zuschauer fragt man sich – besonders vor dem Hintergrund von James‘ Entscheidungen – wie man selbst die letzten zwölf Stunden seines Lebens verbringen würde und bleibt für einen Moment in der Stille des Abspanns alleine mit seinen Gedanken.

100 Bloody Acres

Ebenfalls ein australischer Film, eine Splatterkomödie. Auch dieser Film hat mich unterhalten, wenn auch auf einem völlig anderen Level. Drei junge Menschen geraten in die Fänge eines Hinterwäldler-Brüderpaars, das Biodünger aus Menschen herstellt. Zwischendrin gibt es hin und wieder was zu schmunzeln – der Splatterfaktor hält sich hingegen in Grenzen. Gut gefallen hat mir die starke Frauenfigur; das Mädchen ist hier nicht diejenige die gerettet werden muss, sondern von Anfang an ein aktiver Charakter.

Die Aftershowparty

Nach dem letzten Film machten wir uns gemeinschaftlich auf ins Burgerlich – einem dieser hippen Burgerläden. Das Burgerlich liegt in angenehmer Laufweite von der Residenz. Man sitzt dort in einem Glaskasten und hat eine große Auswahl an Burgern und Frittiertem, sowie diversen Kaltgetränken (auch hausgemachte Limonaden und Eistees). Bestellt wird über Tablet-PCs, die aus den Tischen gefahren werden und mit einer Verzehrkarte, die beim Verlassen des Restaurants ausgelesen wird. Ich habe mich für einen Chiliburger mit Chilimayonaise und Pommes entschieden. Besonders gut gefiel mir, dass ich die Fleischmenge auf dem Burger reduzieren konnte – sonst fühle ich mich nach dem Burgeressen oft überfressen.
Das Fleisch war hervorragend gebraten und „Chili“ bedeutet hier auch wirklich scharf. Auch hierfür eine klare Empfehlung von mir!

Fazit

Es war ein sehr schöner Abend und ich hoffe, dass uns noch weitere Rerun-Festivals erwarten. Sollte sich dahingehend etwas tun, werde ich euch hier auf dem Laufenden halten!

5 Gründe, warum ihr Z-Nation unbedingt gucken solltet!

Die Marketingleute bei Netflix haben gute Arbeit geleistet und mir vor einigen Wochen immer wieder Z Nation vorgeschlagen, bis ich mich endlich einmal ran gewagt habe. Was soll ich sagen? Ich bin absolut begeistert! Wenn ihr auch zu denen gehört, die bisher nicht reingeguckt haben, weil sie hörten es sei zu „billig“ gemacht, solltet ihr diesen Artikel lesen und der Serie dann vielleicht noch eine Chance geben. Hier meine fünf Gründe dafür, dass man sich Z-Nation ansehen sollte:

1. Postapokalypse mal anders
Postapokalyptische Szenarien haben Hochkonjunktur. Umso erfrischender sind Geschichten, die aus der üblichen Erzählstimmung ausbrechen. Z Nation könnte glatt eine „Red Dead Redemption – Undead Nightmare“-Verfilmung sein. Die Welt, durch die unsere Protagonisten ziehen fühlt sich nach wildem Westen an: fahrende Händler, Saloons und Hillbillies auf kleinen Holztoiletten. Das fühlt sich anders an als TWD, Resident Evil oder 28 Days later und das ist ziemlich toll.

2. Musik!
Die musikalische Untermalung ist einfach großartig und erinnert ebenfalls an Undead Nightmare – in der Song- und Geräuschauswahl.

3. Trash, Trash, Trash!
Es mag Leute geben, die das stört! Mich nicht. Klar, Z Nation verbrennt nicht annähernd so viel Geld wie The Walking Dead, aber das hindert sie nicht daran ihre Geschichten zu erzählen. Wer sich selbst nicht so ernst nimmt, hat definitiv mehr erzählerische Freiheiten und von denen macht Z Nation reichlich Gebrauch. Welch eine Serie kann schon ungestraft Sharknado referenzieren?

4. Zombies sind Zombies
Erste Regel des Zombiegenres: niemand kennt Zombies! Es gibt keine Zombiefilme, keine Zombieserien, keine Zombiecomputerspiele. Ein gesamtes Genre der Popkultur ist in diesen alternativen Universen ausgeblendet. Nicht so bei Z Nation! Hier nennt man die Dinge beim Namen! Das mag banal klingen, irritiert mich bei jeder anderen Zombiegeschichte. Wenn mir Zombies begegnen würden, würde ich sie ja wohl auch Zombies nennen…

5. Charaktere

Ich mag einfach alle Charaktere – das passiert mir recht selten. Sie sind ganz verschieden und zum Teil sehr stereotyp, aber dennoch sehr sympathisch. Bisher hat mich auch jeder Nebenplot interessiert und unterhalten; das habe ich z.B. bei TWD nicht, weil es da einfach Charaktere gibt, die mir völlig egal sind.

Wer sollte sich Z Nation angucken?
Alle, die gerne Zombie-Filme/Serien mögen und kein Special-Effects-Feuerwerk benötigen.

Wer sollte Z Nation nicht gucken?
Alle, die meinen Babies müssten verschont werden oder Special Effects müssten unsichtbar sein.

Tinguely – bewegt – laut – faszinierend!

Am 23.04.2016 haben die riesigen, lärmenden und leuchtenden Maschinen und Maschinchen von Jean Tinguely das Museum Kunstpalast in Düsseldorf erobert.

SUPER META MAXI

Jean Tinguely war ein Künstler, der Kunst in Bewegung gebracht hat. Seine geschweißten Skulpturen kann man noch bis zum 14.08.2016 in Bewegung bringen. Im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung bringen, denn nach einer Ruhezeit (zwischen 3-15 Minuten, je nach Kunstwerk) kann man die Dinge durch einen Fußschalter zum Leben erwecken. Dies können geometrische Formen sein, die sich drehen, ein Balett aus Kleidung und Schrottplatzteilen, Teile eines Radios, die Bruchstücke abspielen oder ein sein riesiges „Grosse MÉTA-MAXI-MAXI-UTOPIA“, die sogar begehbar ist.
Die Maxi-Utopie war zum Glück nicht so laut, sodass man sich nicht erscheckt, wenn man zwischen Drehwalzen und Gartenzwergen auf den Treppen steht.

Die Ausstellung ist ein MUSS für Leute, die Kunst aktiv erleben wollen (Kinder eingeschlossen) und solche, die Industriecharme und Steampunkkonstrukte lieben.