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Jean-Luc Bannalec „Bretonische Verhältnisse“

Cover Bretonische Verhaeltnisse
978-3-462-04406-5 Jean-Luc Bannalec – Bretonische Verhältnisse

Viel habe ich dieses Jahr als Neu-Mami noch nicht gelesen, doch der Roman „Bretonische Verhältnisse“ sollte unbedingt erwähnt werden. Ich habe das Buch kurz vor Ferienbeginn beendet und wurde so schon einmal in Ferienstimmung versetzt. Wie der Titel schon vermuten lässt, ist die Bretagne der Handlungsort dieses Krimis. Der Roman gliedert sich in vier Kapitel, die jeweils einem Tag entsprechen.

Worum geht es nun in dem Roman? Pierre-Louis Pennec, der  Besitzer des berühmten Hotels „Central“ in Pont Aven, einem Künstlerort an der Küste der Bretagne, ist tot. Zunächst gibt es weder ein Motiv, noch einen Verdächtigen. Der Tote war hochbetagt und schwer herzkrank, sodass der Arzt ihm nur noch wenige Lebenswochen voraussagte. Kommissar Dupin übernimmt den Fall. Dieser ist eingefleischter Pariser und wurde „ans Ende der Welt“ zwangsversetzt. Als kurze Zeit später auch der Sohn des Hoteliers tot aufgefunden wird, realisiert Dupin, dass der Fall größere Ausmaße hat als zuvor angenommen.

Kommissar Dupin ist sehr eigensinnig in seiner Ermittlungsmethode und kann, wenn er gestört wird oder zu wenig Kaffee getrunken hat, auch sehr grantig werden. Seine Helfer Kadeg und Riwal weiht er meist ebenso wenig wie seine sympathische Sekretärin Nolwenn in seine Ermittlungsfortschritte ein. Ähnlich wie Commissario Brunetti von Donna Leon trinkt auch Dupin viel Kaffee und hat eine Vorliebe für gutes Essen – das ein oder andere Gläschen Wein darf dabei natürlich nicht fehlen. Wenn dann bei der Ermittlung auch noch eine nette Frau ihre Hilfe anbietet, ist das Leben für ihn perfekt.

Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen, wenn es die Zeit zulässt. Alleine schon wegen des Urlaubsflairs, das der Roman vermittelt. Besonders gut hat mir gefallen, dass im Umschlag eine kleine Karte der Bretagne ist und der Leser so die Wege des Kommissars besser mitverfolgen kann. Selbst als eingefleischter Krimifan wusste ich lange Zeit nicht so recht, wer der Mörder ist. Dies spricht natürlich für das Buch. Für Leute, die eher auf sehr blutige Krimis stehen, ist der Roman wohl zu seicht. Da der Handlungsort des Krimis die Künstlerszene in Pont Aven ist, werden auch Kunstbegeisterte auf ihre Kosten kommen.

Weitere Informationen: „Bretonische Verhältnisse“ ist das erste Buch des pseudonymen Autors Jean-Luc Bannalec. Vermutungen zufolge soll hinter dem Pseudonym der Programmleiter des S. Fischer Verlages, Jörg Bong, stecken. Der Roman ist im Kiepenheuer & Witsch Verlag erschienen und für einen Preis von 14,99 € (broschiert) käuflich zu erwerben. Mittlerweile sind aus der Krimireihe auch die Folgebände „Bretonische Brandung“, „Bretonisches Gold“, „Bretonischer Stolz“ und „Bretonische Flut“ erschienen.

 

Tschick – Wolfgang Herrndorf

„Spiegelbestseller“ prangt auf dem Taschenbuch, was ich mir von meiner Mutter für den Urlaub ausgeliehen habe.DSC_1800 Mein Freund hat es zuerst gelesen, während ich noch in den letzten Zügen vom aktuellen Kai Meyer „Schinken“ lag.

Die Geschichte, die aus der Sicht des Protagonisten Maik erzählt wird, ist eine Rückblende in Form eines Roadmovies. Es geht um eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen zwei 14-Jährigen. Der eine ist ein verwahrloster russischer Spätaussiedler (Andrej, genannt Tschick), der es von der Förderschule irgendwie aufs Gymnasium geschafft hat und als „Neuer“ in die Klasse des anderen kommt. Der andere ist Maik – aus gutem Hause (wie man von außen zu meinen scheint), aber in seiner Klasse ein totaler Außenseiter.

Während der Sommerferien ist Maik alleine zu Hause; seine Mutter verbringt einige Wochen im Alkoholentzug, sein Vater ist mit seiner Sekretärin unterwegs. Auf die Party des Jahres werden die beiden Klassenaußenseiter nicht eingeladen und so steht Tschick eines Nachmittags mit einem geklauten Lada vor Maiks Tür. Maik will sich aus seiner ewigen Position des Langweilers befreien und wird durch Tschick in ein Abenteuer gerissen, was beider Leben verändert. Es beginnt ein aufregender Roadtrip mit dem Ziel „Walachei“.

Es ist schöner Jugendroman, den man als solchen lesen und weiterempfehlen kann, denn er behandelt typische Fragen und Themen der Pubertät.

Ich habe meinen Freund noch nie so schnell in Buch lesen sehen!

Aktuell kann man die Verfilmung von Tschick in deutschen Kinos sehen. Schreibt uns gerne, wenn ihr den Film schon gesehen oder den Roman gelesen habt.

Mit Blick aufs Meer – Elisabeth Strout

Anfangs etwas verwirrt über die Erzählweise des Buches habe ich es zum Schluss Stück für Stück genossen, um das Ende noch etwas heraus zu zögern.
Die Geschichte spielt in Maine, einer kleinen Küstenstadt.
Olive Kitteridge, eine pensionierte Mathelehrerin, spielt mehr oder weniger die Hauptrolle.
Wieso mehr oder weniger? Weil die Geschichte in jedem Kapitel eine andere Sicht erlaubt. Mal geht es hauptsächlich um ein Pärchen und Olive (samt Mann Henry) wird nur kurz erwähnt, wie sie ein Restaurant betritt und später ist man direkt bei Olive selbst, wie sie sich fühlt als ihr einziger Sohn eine Frau heiratet, die ihr nicht so in den Kram passt.
Olive wächst einem ans Herz, auch wenn man immer mehr erfahren muss, dass sie kein so guter Mensch ist.
Man bedauert sie und freut sich als sie neuen Lebensmut findet:

„ … und plötzlich wusste sie wieder, was Hoffnung war: diese innere Bewegung, die einen vorwärts schob, so wie die Schiffe dort unten durch das schimmernde Wasser schoben, wie das Flugzeug sich über den Himmel schob zu einem neuen Ort, einem Ort, an dem sie gebraucht wurde.“

Auch empfehlenswert ist, laut meinem Freund, die Miniserie zum Buch mit insgesamt 4 Folgen: Olive Kitteridge – Mit Blick aufs Meer.